Broken Money will nicht nur erklären, was Geld ist, sondern auch, warum sich die Formen, die wir nutzen, immer wieder verändern. Aldens Leitidee ist, dass Geld eine Technologie ist und dass derjenige, der das schnellste Kassenbuch kontrolliert, das gesamte Geldsystem kontrolliert. Diesen roten Faden verfolgt sie von Muscheln und Rai-Steinen über Gold, die Druckerpresse und den Telegrafen bis hin zum Eurodollar-System und Bitcoin. Das Ergebnis ist eine Geschichte, die Abwicklungsgeschwindigkeit und Kommunikationsinfrastruktur als monetäre Kräfte ersten Ranges behandelt – eine wirklich andere Perspektive als die der meisten populären Wirtschaftsbücher.
Die größte Stärke des Buches liegt darin, dass es sich weigert, sich auf nur eine Disziplin festzulegen. Alden schreibt zugleich aus der Perspektive der Geldpolitik und aus jener der Ingenieurskunst, und genau diese Kombination heben Rezensenten immer wieder hervor: Geld zu verstehen erfordert in der Regel Kenntnisse in Wirtschaft und Informatik, und nur wenige Autoren bringen beides mit. Die Kapitel über das Eurodollar-System und die Mechanik des Korrespondenzbankwesens sind die klarste allgemeinverständliche Darstellung dieser Infrastruktur, die man finden dürfte, und sie sind wichtig, weil sie erklären, warum sich das aktuelle System so verhält, wie es sich verhält – lange bevor Bitcoin überhaupt ernsthaft eingeführt wird.
Zu seinem Verdienst ist Broken Money kein Hype-Dokument. Alden widmet Bitcoins bekannten Schwächen und offenen Problemen echte Seiten, statt sie beiseitezuwischen, weshalb selbst wohlwollende Rezensenten sie als analytisch und nicht als Cheerleaderin beschreiben. Diese intellektuelle Ehrlichkeit ist der Hauptgrund, warum das Buch glaubwürdig wirkt: Die Bitcoin-Schlussfolgerung kommt erst nach einer langen historischen Argumentation, sodass sie erarbeitet und nicht einfach vorausgesetzt erscheint.
Die ehrlichen Kritikpunkte sind allerdings real. Dies ist ein langes, informationsdichtes Buch, und seine makroökonomischen Passagen können jeden überfordern, der neu in der Finanzwelt ist. Es ist außerdem, unverkennbar, ein Buch mit einer These: Das Fiat-System versagt, und härteres Geld ist die Lösung. Skeptische Leser haben angemerkt, dass die Rahmung „Währungsentwertung ist eine Form des Diebstahls an gewöhnlichen Menschen“ an ein vertrautes libertäres Narrativ erinnert und dass Alden den Chancen von Bitcoin weit mehr Raum gibt als dessen Volatilität und regulatorischen Risiken. Wer die Prämisse ablehnt, wird die Darstellung einseitig finden.
Die Aufnahme war überwiegend positiv, aber nicht unkritisch. Das Buch stand zum Erscheinen nahe an der Spitze der Finanzkategorien von Amazon und hält über Tausende von Goodreads-Bewertungen einen Durchschnitt von rund 4,6, wobei Rezensenten es wiederholt als das beste Buch seiner Art bezeichnen, das sie gelesen haben. Der wiederkehrende Kritikpunkt, selbst in überschwänglichen Besprechungen, sind Länge und Wiederholungen: Das Argument wird mitunter öfter wiederholt, als es nötig wäre.
Unterm Strich ist Broken Money der vollständigste und ausgewogenste Beitrag zum Kanon des „soliden Geldes“ und ein deutlich besserer Ausgangspunkt als die polemischeren Titel des Genres. Man sollte nur wissen, dass es ein Kraftakt ist und dass seine Neutralität Grenzen hat: Es ist eine sehr gute Argumentation für eine bestimmte Schlussfolgerung, nicht ein Überblick über alle Seiten.